Ukulele Größen Ukulele lernen
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Alles über Ukulele Größen & Arten

Sopran, Konzert, Tenor oder Bariton: Ukulelen sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich bei Größe, Stimmung, Spielgefühl und Klang. Gerade vor dem ersten Kauf ist deshalb die Frage wichtig: Welche Ukulele-Größe passt zu mir?

Die gute Nachricht: Für Erwachsene gibt es nicht die eine „richtige“ Größe. Kleine Hände bedeuten nicht automatisch Sopran und große Hände nicht automatisch Tenor. Entscheidend sind vor allem dein gewünschter Klang, der Platz auf dem Griffbrett und die Frage, wie mobil dein Instrument sein soll.

Die schnelle Antwort

Für die meisten Anfänger ist eine Konzert-Ukulele der unkomplizierteste Allrounder. Sie klingt noch typisch nach Ukulele, bietet aber etwas mehr Platz als eine Sopran. Wenn du den besonders kompakten, traditionellen Klang suchst, nimm Sopran. Für Fingerstyle, Low-G und ein großzügigeres Griffbrett ist Tenor interessant. Die Bariton-Ukulele ist wegen ihrer anderen Stimmung eher ein eigenes Instrument.

Ukulele-Größen im direkten Vergleich

GrößeMensur*Gesamtlänge*Übliche StimmungTypischer Charakter
Sopranca. 35 cmca. 53–55 cmg–c–e–akompakt, hell, klassisch
Konzertca. 38–39 cmca. 58–61 cmg–c–e–aausgewogen, warm, vielseitig
Tenorca. 43 cmca. 65–68 cmg–c–e–a oder G–c–e–avoll, kräftig, mehr Tonumfang mit Low-G
Baritonca. 50–52 cmca. 74–78 cmd–g–h–etief, weich, gitarrenähnlich
* Richtwerte: Die genauen Maße unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell.
Maximal kompakt?

Sopran ist leicht, reisefreundlich und liefert den klassischen Ukulele-Klang.

Ein sicherer Allrounder?

Konzert ist für viele Anfänger der beste Mittelweg aus Klang und Spielkomfort.

Mehr Platz und voller Klang?

Tenor bietet größere Bundabstände und eignet sich besonders gut für Fingerstyle.

Du kommst von der Gitarre?

Bariton fühlt sich vertraut an, verwendet aber eine andere Stimmung als die drei kleineren Größen.

Was bedeutet Mensur?

Die Mensur ist die schwingende Länge der Saite zwischen Sattel und Steg. Sie beeinflusst den Abstand der Bünde, die Saitenspannung und das Spielgefühl. Eine längere Mensur schafft meist mehr Platz für die Greifhand. Gleichzeitig müssen die Finger bei manchen Akkorden etwas weitere Wege zurücklegen.

Die Größe des Korpus beeinflusst zusätzlich Lautstärke, Resonanz und Klangfarbe. Trotzdem gilt: Eine größere Ukulele klingt nicht automatisch besser. Holz, Bauweise, Saiten und Verarbeitung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Sopran- und Tenor-Ukulele im Vergleich mit Mensur und Bundanzahl
Sopran- und Tenor-Ukulele im Vergleich: Die Mensur wird zwischen Sattel und Steg gemessen.

Wichtig bei den Saiten: Kaufe einen Satz, der zur Größe und gewünschten Stimmung deines Instruments passt. Welche Materialien und Stimmungen es gibt, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber zu Ukulele-Saiten.

Sopran-Ukulele: klein und typisch hawaiianisch

Sopran-Ukulele klassischer Klang
Sopran-Ukulele der Marke Kala
Sopran-Ukulele der Marke Kala
Mensurca. 35 cm
Stimmungg–c–e–a
Bundabstandeng
Klanghell und direkt

Die Sopran-Ukulele ist die kleinste der vier Hauptgrößen und kommt dem traditionellen Ukulele-Bild am nächsten. Sie ist leicht, günstig und lässt sich bequem transportieren. Ihr kurzer Hals und der kompakte Korpus sorgen für den charakteristischen hellen, spritzigen Ton.

Die engeren Bundabstände können für sehr große Hände ungewohnt sein. Das bedeutet aber nicht, dass Erwachsene oder Menschen mit großen Händen keine Sopran spielen können. Viele erfahrene Spieler entscheiden sich ganz bewusst für diese Größe.

Passt zu dir, wenn … du ein kleines, leichtes Instrument möchtest und den klassischen Ukulele-Klang liebst.
Sopran-Ukulelen: Empfehlungen & Tipps

Und was ist eine Pineapple-Ukulele?

„Pineapple“ bezeichnet keine eigene Größe, sondern eine Korpusform ohne die typische Taille. Dadurch besitzt die Decke etwas mehr Fläche. Pineapple-Modelle klingen häufig erstaunlich voll, bleiben aber so kompakt wie eine Sopran-Ukulele.

Pineapple-Sopran-Ukulele der Marke Leolani
Pineapple-Sopran der Marke Leolani

Konzert-Ukulele: der Allrounder für Anfänger

Konzert-Ukulele mein Anfängertipp
Konzert-Ukulele der Marke Kala
Kala Concert Ukulele Exotic
Mensurca. 38–39 cm
Stimmungg–c–e–a
Bundabstandmittel
Klangausgewogen und warm

Die Konzert-Ukulele liegt zwischen Sopran und Tenor. Sie bietet etwas mehr Platz auf dem Griffbrett als eine Sopran, bleibt aber handlich und behält den typischen Ukulele-Charakter. Durch den etwas größeren Korpus wirkt der Klang meist voller und lauter.

Für viele Anfänger ist sie deshalb die unkomplizierteste Wahl. Du kannst auf ihr Akkorde begleiten, erste Melodien spielen und später auch Fingerpicking ausprobieren, ohne dich früh auf einen bestimmten Stil festzulegen.

Passt zu dir, wenn … du einen vielseitigen Mittelweg suchst und noch nicht genau weißt, wohin sich dein Spiel entwickeln wird.
Konzert-Ukulelen im Test

Tenor-Ukulele: mehr Platz und voller Klang

Tenor-Ukulele stark für Fingerstyle
Tenor-Ukulele mit Cutaway
Tenor-Ukulele mit Cutaway
Mensurca. 43 cm
Stimmungg–c–e–a oder G–c–e–a
Bundabstandgroßzügig
Klangvoll und resonant

Die Tenor-Ukulele besitzt einen längeren Hals, einen größeren Korpus und in der Regel mehr Platz zwischen den Bünden. Das macht komplexere Griffbilder und Melodiespiel angenehm. Viele Solisten und Fingerstyle-Spieler greifen deshalb zur Tenorgröße.

Sie kann wie Sopran und Konzert in der traditionellen High-G-Stimmung gespielt werden. Sehr beliebt ist außerdem Low-G: Dabei wird die vierte Saite eine Oktave tiefer gestimmt. Das erweitert den Tonumfang nach unten und lässt Melodien zusammenhängender wirken.

Passt zu dir, wenn … du mehr Platz auf dem Griffbrett, einen kräftigeren Klang oder Low-G und Fingerstyle ausprobieren möchtest.
Tenor-Ukulelen im Test

Bariton-Ukulele: die Brücke zur Gitarre

Bariton-Ukulele eigene Stimmung
Mensurca. 50–52 cm
Stimmungd–g–h–e
Bundabstandam größten
Klangtief und gitarrenähnlich

Die Bariton ist die größte der klassischen Ukulele-Größen. Sie wird üblicherweise d–g–h–e gestimmt – genauso wie die vier höchsten Saiten einer Gitarre. Ihr Klang ist tiefer und erinnert stärker an eine kleine Nylon-Gitarre als an die typische Sopran-Ukulele.

Für Gitarristen kann der Einstieg leicht sein, weil viele bekannte Griffbilder übernommen werden können. Wer dagegen mit üblichen Ukulele-Tutorials und Songbooks lernen möchte, sollte wissen: Dieselben Griffbilder erzeugen auf der Bariton andere Akkorde. Sie ist deshalb keine bloß größere Tenor-Ukulele, sondern musikalisch eine eigene Variante.

Passt zu dir, wenn … du von der Gitarre kommst, einen tiefen Klang bevorzugst oder gezielt Bariton-Ukulele lernen möchtest.
Bariton-Ukulelen im Test

High-G, Low-G oder Bariton? Mit meinem kostenlosen Online-Stimmgerät kannst du deine Ukulele direkt im Browser stimmen. Es unterstützt Standard-gCEA, Low-G, D-Stimmung und Bariton.

Welche Ukulele-Größe ist für Anfänger am besten?

Wenn du ohne besondere Vorlieben startest, würde ich dir meistens eine Konzert-Ukulele empfehlen. Sie ist kompakt, klingt typisch nach Ukulele und bietet etwas mehr Platz als eine Sopran. Das macht die ersten Akkorde angenehm, ohne dass sich das Instrument schon wie eine kleine Gitarre anfühlt.

Eine Sopran ist aber keineswegs nur für Kinder gedacht. Ebenso ist eine Tenor nicht automatisch die beste Wahl für große Hände. Probiere im Idealfall zwei oder drei Größen im Sitzen und im Stehen aus. Achte darauf, ob du das Instrument entspannt halten kannst, die ersten Bünde bequem erreichst und dir der Klang gefällt.

Mein Praxistipp: Spiele auf jedem Instrument dieselben einfachen Akkorde – zum Beispiel C-Dur, A-Moll, F-Dur und G-Dur. Schon nach wenigen Minuten merkst du, auf welchem Griffbrett sich deine Hand am wohlsten fühlt. Die passenden Griffe findest du in meinem Artikel über die wichtigsten Ukulele-Akkorde.

Andere Ukulele-Arten und Bauformen

Neben den vier Hauptgrößen gibt es einige Sonderformen. Manche verändern nur die Form des Korpus, andere funktionieren musikalisch fast wie ein anderes Instrument.

Sopranino

Noch kleiner als eine Sopran und extrem reisefreundlich. Die sehr kurzen Mensuren und engen Bundabstände machen sie für die meisten Anfänger allerdings unnötig schwierig.

Bass-Ukulele

Meist ungefähr baritongroß, aber mit sehr dicken Saiten und der Bassstimmung E–A–D–G. Sie übernimmt im Ensemble die Rolle eines E- oder Kontrabasses.

Guitalele

Ein kompaktes Instrument mit sechs Saiten in A–D–G–C–E–A. Die Griffe entsprechen denen einer Gitarre, klingen aber fünf Halbtöne höher.

Banjolele

Ukulelenhals und -stimmung treffen auf einen Banjo-Korpus. Das Ergebnis ist ein heller, durchsetzungsstarker Klang, der sich deutlich von einer Holzukulele unterscheidet.

Bass-Ukulele mit vier dicken Saiten
Foto: Superikonoskop, Bass Ukulele 2, CC BY-SA 4.0
Yamaha Guitalele mit sechs Saiten
Foto: Tim Walker, Yamaha GL-1 Guitalele – front view, CC BY 2.0

Häufige Fragen zu Ukulele-Größen

Ist eine kleine Ukulele leichter zu spielen?

Nicht automatisch. Eine kleine Ukulele ist leichter zu halten und zu transportieren, bietet aber weniger Abstand zwischen den Bünden. Viele Anfänger empfinden deshalb eine Konzert-Ukulele als besonders bequem.

Können Erwachsene eine Sopran-Ukulele spielen?

Ja. Die Sopran ist ein vollwertiges Instrument und keineswegs nur für Kinder gedacht. Entscheidend sind dein Spielgefühl und der Klang, nicht deine Körpergröße.

Sind die Akkorde auf Sopran, Konzert und Tenor gleich?

Ja, solange alle drei in g–c–e–a gestimmt sind. Die Griffbilder sind identisch. Bei einer Bariton-Ukulele in d–g–h–e haben dieselben Formen dagegen andere Akkordnamen.

Welche Größe eignet sich für Low-G?

Low-G wird besonders häufig auf Tenor-Ukulelen verwendet, ist aber mit einem passenden Saitensatz auch auf vielen Konzert-Ukulelen möglich. Prüfe immer, ob der Saitensatz für dein Instrument vorgesehen ist.

Klingt eine größere Ukulele grundsätzlich besser?

Nein. Größere Modelle klingen häufig voller und tiefer, kleinere heller und direkter. Was „besser“ ist, hängt von deinem Geschmack ab. Auch Material, Bauweise, Saiten und Verarbeitung prägen den Klang stark.

Fazit: Konzert ist der sichere Mittelweg – aber dein Gefühl entscheidet

Sopran, Konzert und Tenor verwenden normalerweise dieselben Akkorde und dieselbe Stimmung. Du entscheidest also vor allem zwischen Kompaktheit, Bundabstand und Klangcharakter. Für die meisten Einsteiger ist Konzert ein sehr guter Ausgangspunkt. Sopran bietet den traditionellsten Klang, Tenor mehr Raum für Melodien und Fingerstyle.

Die Bariton-Ukulele steht wegen ihrer tieferen Stimmung etwas außerhalb dieser Reihe. Sie ist besonders interessant für Gitarristen und alle, die einen warmen, tiefen Klang suchen.

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