
E-Akkord auf der Ukulele: 3 Griffe und 2 einfache Alternativen

Hi, ich bin Ben. Ich zeige dir, wie du schnell Ukulele lernst – ohne Frust und ohne Umwege. Hier findest du die besten Kurse, Tipps und Empfehlungen für Einsteiger.
Du möchtest einen Song spielen und plötzlich taucht E-Dur auf? Dann merkst du schnell: Der E-Akkord gehört auf der Ukulele nicht gerade zu den bequemsten Griffen. Die Finger müssen weit auseinanderliegen oder mehrere Saiten gleichzeitig herunterdrücken. Gerade am Anfang klingt deshalb häufig mindestens eine Saite nicht sauber.
Damit bist du nicht allein. Der E-Akkord auf der Ukulele bereitet vielen Einsteigern Schwierigkeiten. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Möglichkeiten, E-Dur zu greifen. Du musst also nicht sofort mit dem klassischen Teilbarré beginnen.
Probiere zuerst den E-Dur-Griff 1–4–0–2 ohne Barré. Er enthält alle Töne eines vollständigen E-Dur-Akkords. Falls auch dieser Griff noch zu schwierig ist, kannst du in manchen Songs vorübergehend E7 oder E5 verwenden. Diese beiden Alternativen klingen allerdings etwas anders als ein reines E-Dur.
E-Dur findest du bewusst nicht in meiner Übersicht der 11 wichtigsten Ukulele-Akkorde für Anfänger . Für die ersten einfachen Lieder brauchst du ihn nicht unbedingt. Sobald du aber mehr Songs spielen möchtest, wirst du ihm früher oder später begegnen.
Inhaltsverzeichnis
Warum ist der E-Akkord auf der Ukulele so schwierig?
Bei einfachen Akkorden wie C-Dur oder A-Moll liegen die Finger dicht beieinander und einige Saiten bleiben offen. E-Dur verlangt deiner Greifhand deutlich mehr ab. Je nach Variante musst du entweder eine große Strecke über das Griffbrett überbrücken oder drei Saiten in einem Bund gleichzeitig herunterdrücken.
E-Dur besteht aus den drei Tönen E, Gis und H. In internationalen Akkordangaben werden Gis und H als G# und B bezeichnet.
Drei Griffvarianten für E-Dur auf der Ukulele
Keine Griffweise ist für jeden Menschen automatisch die beste. Handgröße, Beweglichkeit und die Breite des Ukulelenhalses spielen ebenfalls eine Rolle. Teste die Varianten deshalb in Ruhe und entscheide, welche sich für deine Hand am natürlichsten anfühlt.
1. E-Dur ohne Barré: Griff 1–4–0–2
Diese Variante ist ein vollständiger E-Dur-Akkord und kommt ohne Barré aus. Die offene E-Saite erleichtert den Griff. Dafür benötigst du eine relativ große Spannweite zwischen dem 1. und 4. Bund.

So setzt du die Finger auf
Schlage zunächst jede Saite einzeln an. Alle vier Töne sollten frei und ohne Schnarren erklingen. Erst wenn das funktioniert, spielst du den gesamten Akkord und übst anschließend den Wechsel zu einem anderen Griff.
Das ist am Anfang völlig normal. Für deine ersten Songs reichen deutlich einfachere Grundakkorde. Mein kostenloser Ukulele-Spickzettel zeigt dir acht wichtige Akkorde mit übersichtlichen Griffbildern.
Mit den einfachen Grundakkorden kannst du bereits viele Songs begleiten. Wenn du E-Dur trotzdem benötigst, lohnt es sich, die unterschiedlichen Griffweisen auszuprobieren. Vielleicht liegt dir eine kompaktere Variante besser als die große Spannweite des ersten Griffs.
2. E-Dur mit vier Fingern: Griff 4–4–4–2
Bei dieser Variante greifst du die g-, C- und E-Saite jeweils im 4. Bund. Die A-Saite wird im 2. Bund heruntergedrückt. Es erklingen dieselben Akkordtöne wie bei der ersten Variante, deine Hand bleibt dabei aber in einem kleineren Bereich des Griffbretts.

So setzt du die Finger auf
Diese Griffweise benötigt zwar alle vier Finger, kommt aber ohne Barré aus. Sie eignet sich deshalb besonders für Spieler, die einzelne Saiten sauber herunterdrücken können, mit einem Barrégriff aber noch Schwierigkeiten haben.
3. E-Dur als Teilbarré: Griff 4–4–4–2
Die Bundpositionen sind dieselben wie bei der vorherigen Variante. Statt drei Finger nebeneinanderzustellen, drückst du die g-, C- und E-Saite mit dem Ringfinger gemeinsam im 4. Bund herunter. Der Zeigefinger greift weiterhin die A-Saite im 2. Bund.

So setzt du die Finger auf
Prüfe auch hier jede Saite einzeln. Wenn eine Saite stumm bleibt, verschiebe den Ringfinger einige Millimeter nach oben oder unten. Häufig liegt eine Saite genau in einer Fingerfalte und wird deshalb nicht fest genug heruntergedrückt.
Zwei leichtere Alternativen zum E-Akkord
Wenn E-Dur in einem Song nur kurz vorkommt und noch gar nicht sauber gelingt, kannst du manchmal auf einen leichteren Akkord ausweichen. Besonders häufig werden dafür E7 und E5 verwendet.
E7 und E5 sind keine anderen Griffweisen desselben Akkords. Sie enthalten andere Töne und verändern dadurch den Klang. Ob sie als Ersatz funktionieren, hängt vom jeweiligen Song und seiner Melodie ab.
4. E7 als einfache Alternative: Griff 1–2–0–2
E7 lässt sich deutlich leichter greifen als E-Dur. Zusätzlich zu E, Gis und H enthält der Akkord den Ton D. Dadurch klingt er spannungsvoller und möchte sich häufig zu A-Dur auflösen. Besonders in Blues-, Rock-, Country- und älteren Popsongs funktioniert diese Alternative oft gut.

So greifst du E7
E7 ist besonders praktisch, wenn danach A-Dur folgt. Höre trotzdem genau hin: Bei einem ruhigen oder harmonisch sehr klaren Song kann die zusätzliche Septime auffallen und weniger passend wirken.
5. E5 als vereinfachte Alternative: Griff 4–4–0–2
E5 enthält nur die Töne E und H. Die große Terz Gis fehlt, weshalb der Akkord weder eindeutig nach Dur noch nach Moll klingt. Sein offener, kräftiger Klang passt besonders gut zu Rock- und Popsongs.

So greifst du E5
Beginne mit dem vollständigen E-Dur-Griff 1–4–0–2. Probiere anschließend 4–4–4–2 mit vier Fingern. Den Teilbarré kannst du in Ruhe aufbauen. E7 und E5 verwendest du nur dann als vorübergehenden Ersatz, wenn sie im jeweiligen Song gut klingen.
Du möchtest nach den ersten Grundlagen strukturiert weitermachen? Wenn du Akkorde, Rhythmen und Songs mit einem klaren Lernplan üben möchtest, stelle ich dir Terry Carters Kurs Uke Like the Pros in meinem ausführlichen Test vor.
Hinweis: Der Kurs ist auf Englisch.
Meinen Ukulele-Onlinekurs-Test lesen →So übst du den E-Akkord richtig
Versuche nicht, den E-Akkord sofort in voller Geschwindigkeit in einem Song zu spielen. Zuerst muss deine Greifhand die neue Bewegung kennenlernen. Wenige konzentrierte Minuten bringen dabei mehr als eine lange Übungseinheit, in der du den Akkord immer wieder unsauber greifst.
E-Dur mit A-Dur und D-Dur wechseln
E-Dur kommt häufig gemeinsam mit A-Dur und D-Dur vor. Übe diese Wechsel zunächst ohne Schlagmuster. Schlage jeden Akkord nur einmal an und gib deiner Greifhand anschließend genügend Zeit für die nächste Position.
Wenn zwischen den Akkorden noch Pausen entstehen, ist das völlig normal. In meinem Artikel Ukulele-Akkorde wechseln: 7 einfache Übungen findest du einen vollständigen Trainingsplan für flüssigere Akkordwechsel.
Beginne bei ungefähr 50 bis 60 Schlägen pro Minute. Erhöhe das Tempo erst, wenn der Wechsel mehrfach hintereinander ohne Pause und ohne schnarrende Saiten funktioniert.
Häufige Fehler beim E-Akkord
Wenn E-Dur noch nicht sauber klingt, liegt es meistens nicht an fehlender Kraft. Häufig genügt eine kleine Veränderung der Fingerposition.
Fazit: Welcher E-Akkord passt zu dir?
Für viele Anfänger ist E-Dur ohne Barré in der Position 1–4–0–2 der beste Ausgangspunkt. Wenn dir die große Spannweite schwerfällt, probiere den Griff 4–4–4–2 mit vier einzelnen Fingern. Der Teilbarré benötigt etwas Übung, ist später aber besonders kompakt und praktisch.
E7 und E5 können in bestimmten Songs als einfachere Alternativen funktionieren. Sie ersetzen E-Dur jedoch nicht immer, weil sie den Klang des Akkords verändern. Höre deshalb aufmerksam hin und lerne langfristig mindestens eine vollständige E-Dur-Variante.
- 1–4–0–2 ist ein vollständiger E-Dur-Griff ohne Barré.
- 4–4–4–2 kannst du mit vier Fingern oder als Teilbarré greifen.
- E7 und E5 sind leichtere, aber klanglich andere Alternativen.
- Übe zunächst langsam und kontrolliere jede Saite einzeln.
- Entscheide dich am Anfang für eine Griffvariante.
Häufige Fragen zum E-Akkord auf der Ukulele
Wie greift man E-Dur auf der Ukulele?
Welcher E-Akkord ist für Anfänger am einfachsten?
Warum ist der E-Akkord auf der Ukulele so schwer?
Kann ich E7 anstelle von E-Dur spielen?
Ist E5 dasselbe wie E-Dur?
Muss man E-Dur als Anfänger bereits lernen?
Wie lange dauert es, den E-Akkord zu lernen?


